„In einer Familie basteln die Kinder für die Mutter Weihnachtsgeschenke. Jedes Kind will natürlich das schönste machen. Neugierig fragen die Geschwister den 6-jährigen Thomas, was er denn für die Mama habe. Er hütet sein Geheimnis wie einen Augapfel, verrät es niemanden. Immer wieder fragen die Geschwister, dann auch die Mutter, weil sie merken, dass Thomas sein Schweigen kaum mehr aushalten kann und fast krank dabei wird. Allmählich neigt sich die Adventszeit dem Ende zu, der Jammer von Thomas bleibt. Endlich kommt das Weihnachtsfest, Zeit des Jubels und der Freude.

Thomas hat ein großes zusammengerolltes Blatt Papier für die Mutter. An jedem der 24 Adventstage hat er, mal groß, mal klein, in allen Farben des Buntstiftkastens für die Mama geschrieben: „Ich hab dich liep“. Die Mutter ist gerührt und freut sich unendlich. Thomas erklärt ihr: „Damit habe ich am ersten Advent angefangen und von da an nie mehr gesagt, ‚ich hab dich lieb‘, aber ich habe es immer aufgeschrieben, damit du mal ganz viel davon hast - auch wenn ich mal nicht da bin. Ich hab alles aufgespart.“

Und er hat gelitten, weil er seine Liebe nicht mehr laut äußern konnte, wie er es sonst x-mal am Tag tut, war darüber fast krank geworden, hatte gespart, um einmal im Überfluss verschenken zu können.“

 

Liesel Böhle

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